Sonntag, 23. April 2017

Patenprojekt

Patenprojekt zieht positive Zwischenbilanz

In Baden-Baden gibt es bekanntlich seit jeher überdurchschnittlich viele Menschen die sich ehrenamtlich in vielen Bereichen engagieren. Seit Beginn der Flüchtlingskrise und des sprunghaften Anstiegs der Zahlen neu ankommender Flüchtlinge in Baden-Baden 2014 ist die Zahl der ehrenamtlichen Helfer nochmals stark angestiegen.

Seit 2015 unterstützt und begleitet der Caritasverband Baden-Baden e.V. mit dem Projekt „Nah an Menschen von weit weg“ einen Teil dieser Ehrenamtlichen bei Ihrer Tätigkeit. Zunächst war Adrian Struch als alleiniger Projektmitarbeiter mit einer halben Stelle im Projekt tätig. Er entwickelte gemeinsam mit Fachbereichsleiter Frank Herzberger das Projektkonzept und baute die Kontakte zu Ehrenamtlichen, Flüchtlingssozialarbeitern, der Verwaltung und vielen anderen Stellen auf. So wurde gleich zu Beginn das Patenprojekt ins Leben gerufen und innerhalb weniger Wochen die ersten Patenschaften zusammengeführt. Zeitgleich wurde Kontakt zu Helferkreisen von bestehenden oder neu entstehenden Gemeinschaftsunterkünften aufgenommen. Parallel dazu fand die allgemeine Begleitung und Beratung von Ehrenamtlichen in der Flüchtlingsarbeit statt. Neben der Beantwortung von vielerlei Fragen, die den ehrenamtlich Tätigen in Ihrer Arbeit mit den Asylsuchenden begegnen, stand hier auch die Organisation und Durchführung von Fortbildungsveranstaltung auf der Agenda. Diese wurden zum Teil mit verschiedenen Kooperationspartnern zu vielfältigen Themen, von der Einführung ins Asylbewerberleistungsgesetz bis hin zum Umgang mit Traumata durchgeführt.

Jedoch war schon ein halbes Jahr nach Projektbeginn absehbar, dass mit einer halben Stelle schnell die Kapazitätsgrenze erreicht ist. So konnten keine weiteren Patenschaften mehr vermittelt werden und auch die Begleitung der Unterstützerkreise in weiteren Unterkünften konnte nicht umgesetzt werden. Glücklicherweise gab es dann Ende 2015 die Möglichkeit einen Förderantrag bei der „Deutschen Fernsehlotterie“ einen Förderantrag zum Projektausbau zu stellen. Nach schneller Bewilligung konnten bereits im März 2016 weitere Mitarbeiter des Caritasverbands mit frei gewordenen Stellenanteilen im Projekt tätig werden, beziehungsweise Ihren Stellenanteil im Projekt erhöhen. Insgesamt konnten durch das Projekt im Jahr 2016 über 80 Flüchtlinge in 33 Patenschaften begleitet und unterstützt werden. 




Neben Projektkoordinator Adrian Struch ist nun auch Frank Herzberger selbst im Projekt tätig. Seine Arbeitsfelder liegen in der Betreuung der Patenschaften und Begleitung der ehrenamtlichen Helfer am Waldseeplatz. Einen weiteren wichtigen Teil des Projekts stellen die Integrationsprojekte dar. Beispielhaft zu nennen sind hier das stadtbekannte Trommelprojekt „Talking Drums“ sowie das Fußballtraining für Flüchtlinge. Hier sind die ehrenamtlichen Projektinitiatoren von den beiden Projektmitarbeitern mit Räumen, Unterstützung bei der Finanzierung, rechtlichen Fragen etc. unterstützt worden. Ehrenamtliche mit neuen Projektideen, die die Integration von Flüchtlingen fördern können sich gerne an Adrian Struch wenden. 

Ebenso freut sich Agnes Lemcke, seit 2016 ebenfalls Projektmitarbeiterin mit dem Schwerpunkt Frauen und Familien über Interessierte, die sich gerne in einer Spielgruppe für Mütter mit Kleinkindern, bei Gesprächskreisen, Hausaufgabenunterstützung für Kinder und weiteren Angeboten im Bereich Förderung, Bildung und Sprache engagieren würden.

Das Projekt „Nah an Menschen von weit weg“ geht nun in die zweite Hälfte der Projektphase. Für viele der Flüchtlinge steht der Wechsel in die Anschlussunterbringung an. Neben einem Wechsel des Wohnortes wirft dies viele weitere und auch neue Fragen und Veränderungen auf: Wohnen, Arbeit, Spracherwerb, Plätze für die Kinder in der Kindertagesstätte, Familienzusammenführung etc. Hier besteht ein großer und nachhaltiger Bedarf an Unterstützung. Wenn auch Sie „Nah an Menschen von weit weg“ sein wollen und diese bei der Integration unterstützen wollen können Sie sich gerne an Adrian Struch wenden. Er kann Sie über die Möglichkeiten des Engagements im Projekt informieren und an die zuständigen MitarbeiterInnen weiterleiten. Sie erreichen ihn Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 – 15 Uhr unter 07221/1835-25 oder per E-Mail über
Mail: struch@caritas-baden-baden.de.

Donnerstag, 13. April 2017

Kofferkonzert


Osterfestspiele auch am Waldseeplatz


Das hätten sich die Bewohner der Flüchtlingsunterkunft am Waldseeplatz auch nicht träumen lassen: Dass sie einmal die Berliner Philharmoniker hautnah erleben und hören dürfen! Was für eine tolle Überraschung! 

Foto: Monika Rittershaus


Letzten Samstag kamen tatsächlich zwei Musiker des weltberühmten Orchesters, das derzeit für die Osterfestspiele in Baden-Baden residiert, zwischen Probe und Auftritt im Festspielhaus zur Flüchtlingsunterkunft an den Waldseeplatz und erfreuten Bewohner und Ehrenamtliche während des Café Kontakt mit ihrem Können. Es war ein unglaublich schönes Erlebnis, und dankbar und staunend nahmen die Zuhörer das tolle Geschenk begeistert an.




Mittwoch, 12. April 2017

Kopten


Vortrag mit erschreckender Aktualität

Leider hat der nächste Termin des „Café International plus“ durch die Anschläge in Ägypten vom letzten Sonntag eine erschreckende Aktualität bekommen. Wer Hintergründe und Situation der großen koptischen Minderheit in Ägypten näher kennenlernen will, ist herzlich
am Freitag, 19. Mai 2017, um 19.30 Uhr 
(Bonhoeffersaal, Bertholdstr. 6a) eingeladen.

Referent Prof. Dr. Fouad Ibrahim spricht zum Thema “Christen am Nil - die Kopten in Ägypten”
Prof. Dr. Fouad Ibrahim ist selbst Kopte, bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Sozialgeographie an der Universität in Bayreuth. Er ist ein ausgewiesener Fachmann für koptisches Christentum in Geschichte und Gegenwart. Zusammen mit seiner Frau Barbara hat er ein dreibändiges Werk über die Kopten verfasst.
Zum Thema: Die Kopten sind die Nachfahren der Alten Ägypter, sie gehören zu den ältesten christlichen Kirchen und hatten bis zum Arabersturm ein reichhaltiges christlich kulturelles Leben. Die Anfänge des Gesprächs des christlichen Glaubens mit der griechischen Philosophie liegen in Alexandrien (Clemens von Alexandrien + um 215) und führten zur ersten Blüte der christlichen Theologie. Mitte des 5. Jahrhunderts ging die koptische Kirrche ihren eigenen Weg und trennte sich von der Reichskirche, repräsentiert durch Byzanz und Rom (Chalcedon 451). Der Arabersturm im 7. Jahrhundert bildete einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Kirche. Heute sind die Kopten die größte christliche Kirche im muslimischen Bereich (geschätzt zwischen 5 und 8 Millionen). Obwohl laut ägyptischer Verfassung den Christen freie Religionsausübung garantiert ist, kommt es immer wieder zu schweren Übergriffen extremistischer Kräfte mit Verletzten, Toten und zerstörten Kirchen. Aktuell versucht der IS die Christen von der Sinaihalbinsel zu vertreiben. Prof. Ibrahim wird ausgehend von der Geschichte der koptischen Kirche besonders über die gegenwärtige Lage der Christen am Nil berichten.



Dienstag, 11. April 2017

Haueneberstein - Radwerkstatt


Fahrradwerkstatt in Betrieb

Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit konnte nun auch die Fahrradwerkstatt in der Flüchtlingsunterkunft in Haueneberstein in Betrieb genommen werden. Durch eine großzügige Geld- und Sachspende der Fa. Ganz- Versicherungsmakler sowie gebrauchter Werkzeuge der Mercedes-Niederlassung Wackenhut konnte die Werkstatt mit einer Grundausrüstung ausgestattet werden, um die vorhandenen Räder der Flüchtlinge in einen verkehrssicheren Zustand zu bringen. 
 
Mit Ignaz Fauth haben wir einen hochqualifizierten „Schrauber“, der mit seinem technischen Know-how und viel Geschick und Geduld auch die kniffligsten Reparaturen meistert. Unterstützt wird er dabei von Jimil Gibril, einem afrikanischen Asylbewerber. Da er in den Werkstätten der Unterkünfte in der „Westlichen Industrie-straße“ und „Im Rollfeld 2“ durch außergewöhnliches technisches Geschick, Kompetenz und Gewissenhaftigkeit auffiel, erhielt er von den „Bike docs“ einen eigenen Werkzeugkoffer für kleinere Reparaturen und Einstellungen. Seine tollen Fähigkeiten bewies er gleich zu seinem „Einstand“ in Haueneberstein, als er aus einer hoffnungslos verbogenen Felge mit „Doppelachter“ wieder ein einwandfrei laufendes Rad machte.Trotz Sprachbarriere ist er für Ignaz Fauth schon nach kurzer Zeit zu einem wertvollen Partner geworden. Hier die beiden in Aktion:




Verkehrssichere Räder sind für die Geflüchteten eine wichtige Voraussetzung, um kostengünstig zu Sprachschulen, zu Ämtern, zu Veranstaltungen und Vereinen sowie zu ihren Arbeitsstellen zu gelangen. Die Werkstatt ist für alle Bewohner der Unterkunft zuständig. Nach Möglichkeit sollen die Bewohner bei der Reparatur selbst mithelfen, denn gerade hier ist die Hilfe zur Selbsthilfe besonders wichtig. 
 
Aber auch unsere beiden „Schrauber“ Ignaz und Jimil könnten noch weitere Helfer aus Haueneberstein gebrauchen.
Haben Sie technisches Geschick, etwas Zeit zum Helfen und Lust, mit Menschen aus anderen Regionen der Welt zusammenzukommen? Dann kommen Sie einfach unverbindlich bei den „Schraubern“ vorbei und schauen Sie sich das Geschehen in der Werkstatt „live“ an: immer mittwochs, von 9.00 – 12.00 Uhr bei der Flüchtlingsunterkunft Gottlieb-Daimler-Straße 15.

Eventuell könnte auch ein Feierabendtermin eingerichtet werden.
Bei Interesse oder bei Fragen zur Werkstatt wenden Sie sich bitte an
Sigisbert Raithel, Tel.: 07221 66578





Freitag, 7. April 2017

Integration - nicht so einfach


Kleine Blasen – große Blasen...

Ein Tipp für alle Flüchtlingshelfer und auch Flüchtlinge: Ein – für beide Seiten! - sehr aufschlussreiches Interview, aufgenommen vom Mitteldeutschen Rundfunk zum Thema: Warum Integration manchmal nicht oder nur schwer funktioniert. Viele Aha-Erlebnisse garantiert!

=>  KLICK






Sonntag, 2. April 2017

Fortbildung Jobcenter


Familiennachzug im Mittelpunkt
 
Stadtverwaltung, Jobcenter und Caritasverband Baden-Baden laden alle Ehrenamtlichen in der Flüchtlingshilfe zur nächsten Fortbildungsveranstaltung zum Thema SGB 2 – Leistungsbezug durch das Jobcenter ein.

Viele der Flüchtlinge wechseln durch ihre Anerkennung von den Asylbewerberleistungen (bearbeitet durch die Stadtverwaltung) in den SGB 2 Bezug (bearbeitet durch das Jobcenter). Dies bringt einige Veränderungen mit sich, über die die Veranstalter gerne informieren möchten. Was bedeutet zum Beispiel SGB 2, welche Leistungen sind im SGB 2 Bezug enthalten, was gibt es zu beachten oder was ändert sich zu den bisherigen Leistungen der Flüchtlinge. 
 
Zudem soll das Thema Familiennachzug, Elterngeld, Kindergeld im Fokus stehen.

Es besteht die Möglichkeit vorab schon Fragen zum Thema zu formulieren. Diese Fragen müssen jedoch vorab an katharina.thomas@baden-baden.de per E-Mail gesendet werden.

Termin für die Fortbildungsveranstaltung
Dienstag , den 16.05.2017 um 17.00 Uhr
Stadtteilzentrum Briegelacker
Briegelackerstr. 40
76532 Baden-Baden

Anmeldung bis spätestens 02.05.17 möglich.




Samstag, 1. April 2017

Berufsfindung


Berufsfindung für Flüchtlingskinder 

Die Louis-Lepoix-Schule (LLS) nahm am Projekt „Finde deinen Beruf“ der IHK Karlsruhe teil. Dabei sollen Schüler des Vorbereitungsjahrs Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse (VAB-O) die Möglichkeit bekommen, verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. Bei den Schülern handelt es sich fast ausnahmslos um Flüchtlingskinder, unter ihnen auch einige Alleinreisende.




Für den späteren Berufsweg ist es für die Schüler wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt und ob die Berufsfelder eine Perspektive für eine spätere Ausbildung bieten können. Um möglichst vielfältig und praxisnah zu informieren, organisierte die IHK Karlsruhe mit Unterstützung des Regierungspräsidiums Karlsruhe Projekttage, an denen die beruflichen Schulen Workshops zur Berufsorientierung anboten.

Die LLS präsentierte dabei die Berufsfelder Ernährung, Farbe und Körperpflege. In der Backstube stellten die Schüler Hefezöpfe selbst her. In der Malerwerkstatt übten sich die Interessierten im Tapezieren und Lasieren, während im Friseurbau Übungsköpfe kreativ frisiert wurden.

Die Teilnehmer waren laut der Fachlehrer sehr aufmerksam und führten die gestellten Aufgaben engagiert aus. Die Schule führte nicht nur selbst Workshops durch. Die Schüler der drei VAB-O-Klassen besuchten auch andere Schulen und schnupperten so beispielsweise in den Fachbereich Elektrotechnik an der Josef-Durler-Schule in Rastatt hinein.

Text und Foto: Stadtverwaltung