Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rollfeld 1 Freundeskreis



Neuer Freundeskreis gründet sich




Am Donnerstag, 8. Dezember 2016, bildet sich der neue Freundeskreis Rollfeld 1. 

Interessierte treffen sich um 19 Uhr im Gebäude Fachbereich Bildung und Soziales, Gewerbepark Cité, Seiteneingang links.

Es ist kalt in der Unterkunft, W-Lan liegt auch noch nicht. Da die Sozialarbeiterin demnächst die Unterkunft verlässt, ist es umso wichtiger, dass für die Bewohner bis zur Neubesetzung der Stelle wenigstens ehrenamtliche Ansprechpartner vor Ort sind.

Neue Ehrenamtliche sind ausdrücklich und herzlich willkommen! Trauen Sie sich! 



c.i. Nikolaus


Nikolausfeier im Café International




Am Freitag, 9. Dezember, lädt das Café International zu einer Nikolausfeier ein. Um 18 Uhr kommt Markus Bähr von der Aktionsgruppe Fairer Handel, Baden-Baden, und überreicht jedem Gast zum Geschenk einen echten Schokoladennikolaus mit Bischofsstab und Mitra. Wolfgang Koch wird Legenden vom heiligen Nikolaus, Bischof von Myra (heute Demre in der Türkei) erzählen: Eine Erinnerung für die deutschen Gäste, die Vorstellung einer europäischen Tradition für die Zugewanderten. Das Café ist von 17 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.



Dienstag, 6. Dezember 2016

Waldsee-Nikolaus


Der Nikolaus war da!

Das war heute Morgen bestimmt eine Riesen-Überraschung: Um sechs Uhr in der Frühe schlichen vier Ehrenamtliche durch die Flure der Flüchtlingsunterkunft am Waldseeplatz und legten jedem Bewohner einen kleinen Nikolaus-Gruß vor die Tür.



Sage und schreibe 230 kleine Päckchen wurden dafür am vergangenen Samstag nach Ende des üblichen Café Kontakts gepackt, zwölf Ehrenamtliche hatte hierbei alle Hände voll zu tun. Sie wurden aber auch tatkräftig von einigen eingeweihten asylsuchenden Frauen und Männern unterstützt. Äpfel, Mandarinen, Nüsse, und - was nicht fehlen darf - ein Nikolaus aus Schokolade wurden hierfür liebevoll verpackt.




Und das Engagement geht noch weiter: Selbst am Heiligabend wird sich das unermüdliche Helferteam am Waldseeplatz nachmittags um die Bewohner der Unterkunft kümmern!




(Fotos: M. Moerschel)


Sonntag, 4. Dezember 2016

c.i. 1. Kulturabend


Das Publikum mit fremden Klängen verzaubert


Ein Riesenerfolg war der erste Kulturabend des Cafés International am Freitagabend im Bonhoeffersaal: Der Saal war voll, das Publikum begeistert.




Die beiden Musiker, Keyvan Bahanor aus dem Iran und Ahmad Hashem aus Syrien, hatten vorher nie gemeinsam geübt und improvisierten - selbst für Fachleute im Publikum - geradezu perfekt. 


 

Keyvan Bahanor ist 26 Jahre alt und hat in seiner Heimat Musik studiert. Er begeisterte sein atemloses Auditorium mit orientalischer Musik an einem persischen Hackbrett, Santour genannt, und später verzauberte er alle, als er mit leichtem Anschlag hochkomplizierte, wunderschöne Klavierstücke aus der persischen, kurdischen und arabischen Kultur zum Besten gab.




Ahmad Hashem, der einst in seiner Heimat Damaskus im Philharmonischen Orchester spielte, war mit seinem kraftvollen Spiel auf der Darbuka und am Schlagzeug eine ungewöhnliche und meisterhaft perfekte Ergänzung dazu.




Manfred Bender, der Leiter des Café international, zeigte sich überglücklich über den guten Erfolg dieses ersten Kulturabends mit Geflüchteten und die begeisterte Resonanz des Baden-Badener Publikums. Er bedankte sich auch bei Uwe Meyer und Bernd Breger für die gute Zusammenarbeit bei der Koordination des Abends. 

Das Café international öffnet seit über einem Jahr jeden Freitag ab 17 Uhr seine Türen, und bietet eine unverbindliche, niederschwellige Begegnungsmöglichkeit zwischen neuen und alteingesessenen Baden-Badenern. Hier kann man bei Kaffee, Tee und Kuchen ganz entspannt die Deutschkenntnisse vertiefen und neue Freundschaften knüpfen.

Der nächste Kulturabend bindet am 13. Januar 2017 statt und wird einen Einblick in die deutsch-arabische Lyrik bieten.

Die Fotos für diesen Beitrag stammen übrigens von Khalil Khalil aus Syrien.

Diese zwei Videos hat Elisabeth Kaiser aufgenommen => 

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Dienstag, 29. November 2016

c.i. - Kultur


Kultureller Reichtum in Baden-Baden

Das Café International, das jeden Freitag um 17 Uhr in den Jugendräumen unter dem Bonhoeffersaal zu unverbindlichem Austausch einlädt und seine Türen für geflüchtete und alt-eingesessene Baden-Badener öffnet, startet diese Woche ein neues Projekt.



In unregelmäßiger Reihenfolge wird das Café International der evangelischen Stadtkirche ab sofort zu kulturellen Veranstaltungen einladen. Der erste Abend ist für Freitag, 2. Dezember, um 19.30 Uhr im Bonhoeffersaal (Bertholdstr. 6a) geplant. Das Konzert wird von drei Musikern gestaltet, die als Geflüchtete in Baden-Baden leben.

Keyvan Bahonar ist Musikstudent aus dem Iran. Seine Instrumente sind zum einen die Santuor, das ist eine persische Kastenzither vergleichbar unserem Hackbrett. Die Saiten werden dabei mit Klöppeln angeschlagen.  Dabei lässt die Differenziertheit der Klänge immer wieder staunen. Die Geschwindigkeit der Hände mit den Klöppeln ist atemberaubend. Keyvan Bahonar wird traditionelle persische Musik auf seinem Instrument vortragen. Sein zweites Instrument ist das Klavier. Auch hier weiß er zu brillieren.

Als nächster Künstler wird Miron Fernando, Sri Lanka auftreten. Zur Gitarre singt er Lieder aus seiner Heimat, aber auch international bekannte Titel. Eine Besonderheit von Miron Fernando ist, dass er sein Publikum immer wieder spontan zum Mitsingen einlädt.

Der dritte Künstler des Abends wird Ahmad Hashem aus Syrien sein, der als Solist die orientalische Trommel schlägt. Hier ein Beitrag über ihn => KLICK





Mit den kulturellen Abenden will das Café International ausländischen Künstlern die Möglichkeit zum Auftritt geben. Die Abende sollen den kulturellen Reichtum der Menschen zeigen, die in Baden-Baden leben. Einheimische und Zugewanderte sollen sich zwanglos begegnen können und natürlich soll es allen Spaß machen.

Die nächsten Kulturabende sind: Am 13. Januar Deutsch-arabische Lyrik mit Musik, am 10. Februar Bruder Martin aus Kamerun mit seiner afrikanischen Trommel und Gesang.

Sonntag, 27. November 2016

W.I. - Streichaktion


Grün und blau - unsere Unterkunft soll schöner werden

Samstagmorgen, 10.30 Uhr. Still ruht die Unterkunft in der Westlichen Industriestraße. Die ersten Ehrenamtlichen vom Freundeskreis trudeln ein, laden ihre Autos aus. Frühstücksteilchen, 15 Liter Suppe für das Mittagessen, Obst; es wird ein langer Tag werden. Ein skeptischer Blick zu den geschlossenen Rollläden. Vermutlich werden wir in der ersten Stunde alleine sein? Macht nichts.

Das Ziel ist ja ein langfristiges: „Die Westliche Industriestraße soll bunter werden und zusammenwachsen“. Das ist das Motto des Jahres, und allen widrigen Umständen zum Trotz wird es hartnäckig verfolgt. Daran ändern auch überraschende Wechsel oder Vakanzen bei den Sozialarbeitern und Hauruck-Umsiedlungen der Bewohner nichts, auch wenn dies zu Spannungen zwischen Ehrenamt und Verwaltung führt und manchmal – übrigens stadtweit! - mutlos und wütend macht.

Aber das kann ja nicht auf dem Rücken der Unschuldigen, der Flüchtlinge, ausgetragen werden! Also machen wir alle weiter. Auch in der Westlichen Industriestraße, deren angeknackster Ruf aufpoliert werden soll. Unbeirrt, Stück für Stück, Etappe für Etappe, kommt der Freundeskreis seinem Ziel ein bisschen näher, und alle machen begeistert mit: Vor der Sommerpause wurden von den damaligen Bewohnern bunte Einladungen gebastelt...




nach den Sommerferien gab es eine Kunstaktion, bei der eine lange Stoffbahn bemalt wurde...




danach traf man sich, um den Stoff zu zerschneiden und als einzelne Bilder auf Rahmen zu spannen...



Dieses Wochenende nun stand der nächste Arbeitsschritt auf dem Programm: Das gemeinsame Streichen der Flure, deren Wände in den vergangenen zwei Jahren arg strapaziert worden waren. Kein Wunder: An die 200 Menschen, zum großen Teil alleinstehende Männer, waren hier zu Spitzenzeiten zusammengedrängt worden, jeweils drei Erwachsene in gerade mal 14 Quadratmeter kleinen Zimmern, es herrschte drangvolle Enge, hinzu kommen immer wieder Umverlegungen und massenhafte Aus- und Einzüge, wenn die Stadtverwaltung die Menschen von einer Unterkunft in andere verlegt.

Entsprechend sehen die Wände in den Fluren aus.




Aber es gibt ja nichts, was nicht geändert werden kann!
Listen mit Farbvorschlägen wurden ausgehängt, und ganz demokratisch wurde etagenweise über die Farbgebung abgestimmt – hellgrün, hellblau und orange standen zur Auswahl.

Endlich geht es los:

Mit Unterstützung der Stadt, die die Materialien stellte, krempelt bereits am Freitag eine kleine Vorhut die Ärmel hoch und macht sich an die nötigen Vorarbeiten: das Abkleben von Türrahmen und Sockelleisten. Die Bewohner machen mit Feuereifer mit – nationenübergreifend, etagenübergreifend, gut gelaunt. Aufbruchstimmung!




Nach über drei Stunden ist das meiste geschafft, und die Ehrenamtlichen ziehen sich etwas groggy in den verdienten Feierabend zurück. Nicht so die Bewohner!

Am nächsten Morgen Überraschung: Die Jungs haben sich in der Nacht wie die Heinzelmännchen ans Werk gemacht, haben irgendwo einen Eimer weißer Farbe aufgetrieben, und im zweiten Stock bereits die Hälfte des Flures gestrichen. Was die korrekten deutschen Helfer erst einmal etwas aus der Fassung bringt, soll diese Etage doch eigentlich ein hellblaues Kleid bekommen. Aber was soll's – in der Flüchtlingshilfe leben wir von Überraschungen und spontanen Überlegungen.

Aber erst mal der erste Stock. Hellgrün soll er werden. Eine echte Mammutaufgabe, und ein Flur, der einfach nicht enden wollte. Die Men-Power lässt sich zum Glück - je nach Aufwachzeit der Bewohner - beliebig vermehren, und nach drei Stunden ist es geschafft!



Pause. Verhungern muss niemand, und die Lebensgeister regen sich bald wieder.




Zweiter Stock, dank der nächtlichen Überraschung nur halblang. Und noch eine Überraschung, als der erste Farbeimer geöffnet wird. Hellblau war bestellt worden, ein kräftiges Türkis war geliefert worden. Leichter deutscher Skepsis folgt afrikanische Begeisterung. Die Pinsel wurden uns aus der Hand gerissen, binnen 90 Minuten ist das Werk vollbracht, die Jungs arbeiten sich regelrecht in einen Flow, und auch das anschließende Saubermachen ist kein Problem, man nimmt den Ehrenamtlichen wortlos den Putzlappen aus der Hand.











Und zum Schluss tiefe Zufriedenheit bei allen. „Schön“, sagt ein Bär von einem Mann und lächelt. Ein anderer schiebt nach „Schöner wohnen, nur für uns.“ Und dann umringen sie uns: Danke – danke – danke.




Unser Lohn! Was gibt es Schöneres? Man gibt viel im Ehrenamt – aber man bekommt es doppelt und dreifach zurück!

Nächste Woche geht es weiter. Wir freuen uns darauf. 


Samstag, 26. November 2016

Bike-Docs Spende


Licht dank „Schatten“ – Bündnis unterstützt Bike-Docs

Von Uta Rosseck

Das Bündnis „Baden-Baden ist Bunt“ hat während der interkulturellen Woche im September rund 1400 Euro an Spenden für Flüchtlingsprojekte in der Stadt gesammelt. Insbesondere die öffentliche Uraufführung des Filmes „Schatten“ unter der Regie und Kameraführung des in Baden-Baden lebenden syrischen Flüchtlings Abdullah Rajab Almalla wurde durch freiwillige Eintrittsspenden honoriert. 

Seit nunmehr zwei Jahren unterstützt das Bündnis unter anderem regelmäßig  Integrationsprojekte für die nahezu tausend Flüchtlinge und Asylbewerber, die in Baden-Baden leben. Dank der engen Zusammenarbeit und Vernetzung mit den vielen ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern der Stadt und den Sozialarbeitern vor Ort weiß die Sprecherin der Gruppe, Rita Hampp, wo der Schuh drückt und welche Form von Hilfe gerade am dringendsten benötigt wird. Die Frage, wie man das Spendengeld derzeit am sinnvollsten investiert, konnte nach Rücksprache mit den ehrenamtlichen Helfern somit schnell beantwortet werden. 
Fahrradbeleuchtung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit war es, die den Helfern und den zehn derzeit aktiven Bike Docs der Stadt am Herzen lagen. Fast 600 Flüchtlinge und Asylbewerber leben in Sammelunterkünften außerhalb des öffentlichen Verkehrsmittelnetzes und sie benötigen ihr Fahrrad, um zur Arbeit zu gelangen, die Schule zu besuchen, am Fußballtraining teilzunehmen. Viele Fahrräder wurden in den vergangenen Monaten von Privatpersonen gespendet und von den Bike Docs Baden-Baden in derzeit drei verschiedenen Unterkünften, nämlich im alten Vincentiushaus, in der Westlichen Industriestraße und am Waldseeplatz, regelmäßig repariert und gewartet. 
Mit Sorge hatten die Docs dem Anbruch der dunklen Jahreszeit entgegengesehen. Ein Strahler für das Fahrrad ist für viele Flüchtlinge ganz einfach eine enorme Investition, die sie nicht mal so eben aus der Portokasse bewältigen können. 


Umso größer die Freude am Donnerstagabend, als Rita Hampp und Silke Heimann dem Bike Doc Team im Namen des Bündnisses eine Spende in Höhe von 1,000 Euro übergeben konnten. Das Timing war perfekt, so die Bike Docs unisono. Ein günstiger Lieferant wurde bereits gefunden und die Bestellung für knapp 150 Lampensets sowie Reflektoren wurde am folgenden Tag aufgegeben. Konsens herrscht darüber, existierende Dynamoanlagen zu erhalten und reparieren, wenn irgend möglich. Für viele Mountainbikes gibt es jedoch derzeit nur eine sichere Lösung und die heißt LED und batteriebetriebene  Strahler. Bald werden in Baden-Baden die Fahrräder mit den Weihnachtsbäumen um die Wette strahlen. 
Wenn Sie die Arbeit der ehrenamtlich tätigen Bike-Docs unterstützen möchten: Räder, Geldspenden und Werkzeug werden gerne entgegengenommen.
Weitere Informationen über die Bike-Docs finden Sie hier => KLICK