Montag, 12. September 2016

Wi - Kunstprojekt


Bunte Zeiten in der Westlichen Industriestraße 

Frischer Wind bläst seit kurzem durch die älteste Flüchtlingsunterkunft der Stadt draußen hinterm Bahndamm in der Westlichen Industriestraße. Recht abseits liegt sie, und so geriet sie ein wenig in Vergessenheit. Das soll sich nun ändern: Ein neuer Freundeskreis hat sich gegründet, der den Asylbewerbern ehrenamtlich zur Seite steht – sei es beim Erlernen der Sprache, bei Problemen mit der Bürokratie, beim Papierkrieg im Asylverfahren, beim Ausbessern und Beschaffen von Fahrrädern – kurz, bei allem, wofür man Hilfe braucht. 



Auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen in dieser Unterkunft, die in der Öffentlichkeit in Verruf geraten ist, weil die Adresse oft mit nächtlichen Polizeieinsätzen in Verbindung gebracht wird. Beim gestrigen Sommerfest stellte die Sprecherin des Freundeskreises, Silke Heimann (2. von links), klar, dass diese Einsätze zum größten Teil eher der problematischen Nachbarschaft als der Unterkunft selbst gelten.  



Umso wichtiger ist es, für positive Schlagzeilen zu sorgen, fand der Helferkreis und initiierte ein kleines Kunstprojekt, für das man spontan wertvolle Unterstützung fand: Die staatliche Kunsthalle sprang ohne zu zögern ins Boot und wirbelte kräftig mit: Unter der Anleitung von Pressesprecher Johannes Honeck und Kuratorin Luisa Heese wurden bereits vor einigen Woche die Pinsel geschwungen und viele Einladungskarten gemalt, die das Kunsthallenteam zu einer Kollage zusammenfügte und als Postkarten ausdruckte, die an Bewohner und Helfer verteilt wurden. 









Nicht nur ein Sommerfest sollte gefeiert werden, sondern auch ein größeres Kunstprojekt auf den Weg gebracht werden: Unter dem Motto „Die Westliche Industriestraße ist bunt“ sollte ein großes Stück Stoff, dessen Spender nicht genannt werden will, auf dem Rasen neben der Unterkunft ausgerollt. 



Die Firma Wertheimer (im Foto Michael Wertheimer) ...




... spendierte spontan Farben und Pinsel – und dann konnte es nach einem Startschuss durch Oberbürgermeisterin Margret Mergen losgehen. 



Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt, und die Bewohner waren – bei bestem Wetter – mit Feuereifer bei der Sache. 




Auch Georg von Langsdorff war mittendrin ...



und fasste die Aktion für den Internetblog Mercurius filmisch zusammen. Vielen Dank dafür! => KLICK




Aber das Projekt ist noch nicht beendet! Demnächst, wenn nach diversen zurzeit anstehenden Umzügen wieder Ruhe in der Unterkunft eingekehrt ist, wird es eine Fortsetzung geben, bei der das Tuch zerschnitten und in Einzelteilen gerahmt werden soll. Die Bilder sollen dann die Zimmer und Flure der Unterkunft verschönern und auch nach außen verdeutlichen, dass in der Westlichen Industriestraße eine neue, bunte Zeit angebrochen ist. 

Hier noch weitere Impressionen des bunten Nachmittags, unter anderem auch fotografiert von Michael Beck. Es wurde nicht nur gemalt, sondern auch gelacht, geredet, getanzt und Tischtennis gespielt.