Freitag, 14. Oktober 2016

Berufliche Bildung


Berufliche Bildung für jugendlichen Flüchtlinge

Zum Thema Schulausbildung junger Flüchtlinge (bis 19 Jahre) berichtete kürzlich der Lehrer der Louis-Lepoix-Schule, Daniel Wunsch dem Netzwerk Asyl.



Demnach hat die Schule - dank guter Vorbereitung - eine vierjährige Erfahrung mit VABO-Klassen mit Flüchtlingen und anderen Migranten aus der EU.
Im Augenblick gibt es drei solcher Klassen mit 80 Schülern, die meisten sind junge Männer aus Gambia.
Das Eintrittsalter in die Schule liegt allerdings bei maximal 19 Jahren.
An staatlichen Schulen sind derzeit in Baden-Württemberg 8400 junge Flüchtlinge in ca 550 Klassen untergebracht, hinzu kommen private Schulen mit ca. 2000 Schülern plus Warteliste von ca. 5000 Flüchtlingen.
In Baden-Baden kann jeder Flüchtling (bis 19 Jahren) in der Louis-Lepoix-Schule aufgenommen werden; es gibt keine Wartelisten.
Die Minderjährigen werden über Jugendamt, MoPädd und Kinder- und Jugendheim angemeldet. Auch die Sozialarbeiter in den Gemeinschaftsunterkünften sind informiert, dass sie entsprechende Flüchtlinge bis 19 Jahren zur Schule schicken sollen/können.

In der Schule werden die bisherigen Schulkenntnisse geprüft. Wer in seinem Heimatland mehr als neue Jahre zur Schule gegangen ist, kann seine Zeugnisse anerkennen lassen. Dies funktioniert neben der Zeugnisanerkennungsstelle beim Regierungspräsidium in Stuttgart auch über notarielle Aussagen und einen Mathetest, aber auch über What’s-App-Fotografien der Original-Dokumente, wenn diese noch in der Heimat liegen.

Nach einem Test werden die Schüler in die für sie geeigneten Klassen einsortiert. Es gibt ein großes Netzwerk mit Unterstützern, auch steht an der Louis-Lepoix-Schule ein eigener Jugendberufshelfer zur Verfügung.

Es gibt transparente Übergange: Ist sprachlich der A2-Level erreicht, werden die Schüler entweder weitergeführt (z.B. ans Richard-Wagner-Gymnasium) oder zu Level B1 oder B2 geführt.

Kernaussage:
Es braucht in der Regel fünf Jahre, bis jemand im Beruf/Ausbildung steht.
Wer einen Ausbildungsplatz hat, darf, auch wenn er nicht aus einem Land mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit kommt, bis zum Ende der dreijährigen Ausbildung in Deutschland bleiben und danach noch weitere zwei Jahre in Deutschland arbeiten. Diese 3+2-Regel gilt auch zum Beispiel für junge Gambier, von denen viele in Baden-Baden leben, und ist eine große Chance für sie.

Gebraucht wird noch Unterstützung durch das Ehrenamt, zum Beispiel für die Begleitung zu einem Praktikumsplatz. Im Juli 2017 werden 20 Schüler ihren Hauptschulabschluss machen.

Es empfiehlt sich, sich mit allen Fragen an Daniel Wunsch zu wenden.
Seine Kontaktdaten:
Louis-Lepoix-Schule
Daniel Wunsch
Tel. 07221 – 931956

Hier die Schautafeln des Vortrags, den Daniel Wunsch freundlicherweise für den Blog zur Verfügung gestellt hat, einmal als pdf zum Herunterladen und vergrößert Anschauen => KLICK, und einmal hier für den Überblick: