Mittwoch, 6. September 2017

OB-Besuch am Waldsee und in Hauenberstein


OB Mergen zeigt sich von Unterkunftsbeiräten beeindruckt

Deutlich entspannt habe sich die Situation im Vergleich zu vor zwei Jahren, freute sich Oberbürgermeisterin Margret Mergen gestern, als sie zusammen mit Mitarbeitern der Verwaltung die Flüchtlingsunterkünfte am Waldseeplatz und in Haueneberstein besuchte.




Hatte man noch im Dezember 2015 für die Unterbringung der Flüchtlinge 27 Standorte in Baden-Baden einrichten wollen und müssen, um eine Belegung von Turnhallen zu vermeiden, so hat sich deren Zahl inzwischen auf rund 900 eingependelt, und - obwohl Unterkünfte wie das Abarin und das alte Vincentiushaus geschlossen wurden – sind sowohl Waldseeplatz (213 Personen aus 19 verschiedenen Herkunftsländern) als auch Haueneberstein (61 Personen aus zehn verschiedenen Herkunftsländern) nur jeweils zu zwei Dritteln belegt. 

Die finanzielle Abwicklung dieser Neubauten (Bund und Land werden dies übernehmen) für die Gemeinschaftsunterkünfte sei noch nicht völlig geklärt, berichtete OB Mergen. Kämen die Flüchtlinge, wie es das Gesetz vorschreibt, nach ihrer Anerkennung oder spätestens nach 24 Monaten Aufenthalt in Baden-Baden in sogenannte "Anschlussunterbringungen" (die eine Vergrößerung ihres Wohnraumes auf zehn Quadratmeter pro Person beinhaltet), gehe die Finanzierung wie für alle Hartz-IV-Empfänger voll auf die Stadt über. Die Stadt bietet sowohl spezielle Unterkünfte (z.B. Aumatt) an, wandelt bestehende Unterkünfte um, indem einfach aus Zweibett- nun Einbettzimmer werden und man unterstützt, so Mergen, gerade auch anerkannte Flüchtlingsfamilien gerne darin, dezentral im Stadtgebiet Mietwohnungen zu beziehen. Allerdings sei der Markt hier sehr angespannt. Es gebe zwischen anerkannten Flüchtlingen und sozial Schwachen keinen Unterschied, gleichwohl brauchten die Flüchtlinge  eine intensivere Sozialbetreuung, um sich vollends integrieren zu können.

Erfreut zeigte sich Margret Mergen über die Tatsache, dass es in allen  Gemeinschaftsunterkünften inzwischen demokratisch gewählte Beiräte gibt, die regelmäßig zusammentreten und sowohl Probleme unter den Bewohnern lösen, als auch Wünsche an die Verwaltung (hier vor allem ie immerwährende Bitte um besseres W-Lan) herantragen.




Während am Waldseeplatz mehr als 70 Bewohner/innen feste Arbeit haben und darüberhinaus viele in sogenannten Ein-Euro-Jobs die Unterkunft pflegen, geht das Gros aus Haueneberstein eifrig in die angebotenen Deutschkurse. Außerdem ist das Besondere die Unterkunft in Haueneberstein, dass hier - aufgrund der Nähe zu Supermarkt, Kindergarten und Schule - viele Familien mit Kindern untergebracht sind, während am Waldseeplatz nur ein Baby mit seiner Mama wohnt.

Und so sind auch die „Attraktionen“ der Unterkünfte unterschiedlich:

Am abgelegenen Waldseeplatz ist dies ein Sportplatz, der von den Bewohnern gerne angenommen wird, der allerdings mit einem Bodenbelag ausgestattet wurde, welcher täglich zwei Stunden Pflege (durch ein-Euro-Jobber unter den Flüchtlingen selbst) erfordert ...




und der inzwischen schon berühmte Gemüsegarten von Malick Jagana, ...


 

... in Haueneberstein hingegen musste unbedingt der Spielplatz für die 25 dort lebenden Kinder bestaunt werden. 




Dabei erlag natürlich auch die Oberbürgermeisterin dem Charme der Kinder...







... und nicht nur sie...