Mittwoch, 20. Dezember 2017

ikw 2017 Ende


Schönes Ende der interkulturellen Wochen
Ein Preis und ein Zeichen für Freundschaft

Nun sind die interkulturellen Wochen 2017 in Baden-Baden endgültig abgeschlossen, der Vorhang fiel mit dem letzten Projekt, das sich über mehrere Wochen hingezogen hatte.

Große Freude bei allen Beteiligten: Das mehrwöchige Programm der zahlreichen Anbieter, das die Integrationsbeauftragte Svetlana Bojcetic koordiniert hatte, erhielt kürzlich eine Auszeichnung: Im Rahmen des Förderprogramms „Meine. Deine. Eine Welt.“ der Stiftung für Entwicklungs-Zusammenarbeit gewann Baden-Baden Platz 2 in der Kategorie der mittelgroßen Städte. Eine kleine Delegation fuhr eigens nach Stuttgart, um den Preis entgegenzunehmen. 
 



Frau Bojcetic war leider verhindert, sie leitete zu diesem Zeitpunkt den Runden Tisch Asyl. Sie freute sich nichtsdestotrotz sehr über die Auszeichnung, die auch mit einem kleinen Geldsegen verbunden war, so dass niemand der Veranstalter finanziell drauflegen musste und noch ein kleines Polster für die Aktionen im nächsten Jahr zur Seite gelegt werden konnte.






Und nun, am vergangenen Samstag, erfolgte der endgültige Schlusspunkt des Programms: die Logopädin und Schauspielerin Silke Nawrocki hatte Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zu einem Theaterprojekt eingeladen, das am 29. September startete und an zehn Terminen stattfand. Fünf Mädchen aus unterschiedlichen Ländern fanden sich, die an dem Projekt teilnehmen wollten. Sie erarbeiteten ein Stück, in dem es um Freundschaft ging, in Wirklichkeit aber ihnen selber einen kleinen Spiegel vorhielt und sie spürbar wachsen ließ.



Mit viel Spielfreude führten sie das kleine Stück nun im winzigen Theater in der Steinstraße vor vollem Haus auf – und man merkte, schnell, dass sie das Stück nicht nur spielten, sondern auch ihre neue Freundschaft lebten. Das Ziel, „sich gegenseitig freundschaftlich kennen- und respektieren lernen“ wurde jedenfalls mit voller Punktzahl erreicht. Ein schönes Beispiel, wie Integration ganz unangestrengt und mit viel Spaß ganz einfach funktioniert.



Silke Nawrocki hatte während der interkulturellen Wochen auch das "Wörterbuch der Frauen" vorgestellt, das sie zusammen mit Frauen unterschiedlicher Herkunft erarbeitet hatte. => KLICK

Passend zum Thema hier die Gedanken dieser Frauen zum Thema Freundschaft:
 
Freundschaft
In meiner Heimat waren Freundschaften in der Schule. Als ich nach Deutschland kam, hatte ich noch Kontakt mit den Freunden aus der Heimat. Aber dann bin ich in Deutschland oft umgezogen. Und ich habe die Adressen und Telefonnummern der alten Freunde verloren.“
Wenn ich manchmal meine Heimat besuche, sind die alten Freunde nicht mehr da. Und in Deutschland habe ich keine Freunde. Nur meine Schwester und ihr Mann, aber keine andere Freundschaft.“
Es ist auch schwierig hier mit Freundschaften, da man immer Kontakt halten muss und ich kann die Sprache nicht so gut. Jetzt fühle ich die Freundschaft mit meinem Mann und auch mit meinen Kindern.“
Mit anderen Menschen bin ich vorsichtig, weil ich schlechte Erfahrung gemacht habe. Ich habe Freundschaften mit Kunden, die bis heute gehalten haben. Aber meine besten Freunde sind meine Kinder und mein Mann.“
Jeden Sonntag treffe ich andere Menschen aus meiner Gemeinde. Ich fühle mit ihnen Freundschaft. Wir singen zusammen „Ehre Gott“, beten und hören die Predigen aus der Bibel. Manche Leute bereiten Essen vor, manche sprechen und lachen. Und abends wir essen zusammen. Die Leute kommen zu Besuch oder telefonieren, wenn man lange sich nicht gemeldet hat. Sie helfen sich zusammen. Alle zusammen besuchen sich gegenseitig.“